FCI-Standard Nr. 250/12.01.2009
Havaneser / Bichon havanais

Dieser Rassestandard wurde von der FCI übernommen
Übersetzung : Dr.J.-M. Paschoud und Frau R.Binder. Überprüft durch Herr Müller

URSPRUNG
Westliches Mittelmeerbecken; Entwicklung : Kuba

PATRONAT
F.C.I

PUBLIKATION ORIGINALSTANDARD
04. 11. 2008

VERWENDUNG
Gesellschafts- und Begleithund

KLASSIFIKATION FCI
GRUPPE 9: Gesellschafts- und Begleithunde.
SEKTION 1: Bichons und verwandte Rassen.
Ohne Arbeitsprüfung.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD
Der Havaneser ist ein kleiner, kräftiger, niederläufiger Hund; sein Haar ist lang, üppig, weich und vorzugsweise gewellt. Sein Gangwerk ist lebhaft und elastisch.

WICHTIGE PROPORTIONEN
Die Länge des Fangs von der Nasenspitze zum Stop entspricht der Länge des Schädels vom Stop zum Hinterhauptstachel. Das Verhältnis zwischen der Körperlänge (gemessen zwischen Buggelenk und Sitzbeinhöcker) und der Widerristhöhe beträgt 4:3.

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN)
Speziell aufgeweckt und leicht zum alarmgebenden Hund zu erziehen; liebevoll und fröhlich, anziehend, bezaubernd, spielerisch, sogar etwas närrisch. Er liebt Kinder und spielt unentwegt mit ihnen.

KOPF
Mittelgross; das Verhältnis der Länge des Kopfes zur Länge des Rumpfes (vom Widerrist bis zum Rutenansatz gemessen) beträgt 3:7.

OBERKOPF
SCHÄDEL: Flach bis sehr wenig gewölbt, breit; Stirn wenig ansteigend; von oben gesehen ist der Schädel hinten abgerundet, an allen anderen Seiten fast gerade und viereckig.
STOP: Mässig ausgeprägt

GESICHTSSCHÄDEL
NASENSCHWAMM: Schwarz oder braun.
FANG: Er verjüngt sich leicht und progressiv gegen den Nasenschwamm zu; nie spitz oder stumpf.
LEFZEN: Dünn, trocken, gut anliegend.
KIEFER / ZÄHNE: Scherengebib. Ein vollständiges Gebib ist erwünscht; das Fehlen der PM 1 (Prämolaren 1) und der M3 (Molaren 3) wird geduldet.
BACKEN : Sehr flach, nicht vorstehend.
AUGEN: Ziemlich grob, mandelförmig, so dunkelbraun wie möglich. Ausdruck freundlich. Die Umrandung des Auges soll dunkelbraun bis schwarz sein.
OHREN: Relativ hoch angesetzt; sie fallen längs der Backen und bilden eine unauffällige Falte, die sie leicht anhebt; sie laufen wenig spitz aus; sie sind von langen Fransen besetzt. Weder windmühlenartig abstehend noch dicht an den Backen anliegend.

HALS
Von mittlerer Länge.

KÖRPER
Die Länge des Körpers übertrifft um weniges die Widerristhöhe.

OBERLINIE: Gerade, über den Lenden leicht gewölbt.
KRUPPE: Gut abfallend.
RIPPEN: Gut gewölbt.
UNTERE PROFILLINIE UND BAUCH: Gut aufgezogen.

RUTE
Hoch getragen, entweder in Form eines Krummstabs oder, vorzugsweise, über dem Rücken gerollt; die Befederung ist lang und seidig.

GLIEDMASSEN
VORDERHAND: Vorderläufe gerade und parallel, trocken; gute Knochenstruktur. Der Abstand vom Boden bis zum Ellenbogen soll denjenigen zwischen Ellenbogen und Widerrist nicht übertreffen.
HINTERHAND: Gute Knochenstruktur; mässige Winkelung.
PFOTEN : Leicht länglich in ihrer Form, klein; Zehen eng aneinander- liegend.

GANGWERK
Der Bewegungsablauf beim Havaneser ist seinem fröhlichen Wesen entsprechend auffällig leichtfüssig und elastisch. Die gerade nach vorne gerichteten Vorderläufe bewegen sich frei, während die Hinterläufe in gerader Linie für den nötigen Schub sorgen.

HAARKLEID
HAAR: Das wollene Unterhaar ist schwach entwickelt, oft ganz fehlend. Das Deckhaar ist sehr lang (12 – 18 cm bei einem erwachsenen Hund), weich, glatt oder gewellt und kann lockige Strähnen bilden. Jedwede Zurechtmachung, jedes Ausgleichen der Länge der Haare mit der Schere und jede Art von Trimmen sind verboten.
Ausnahme: die Säuberung der Haare an den Pfoten ist zulässig; die Haare auf der Stirne dürfen leicht gekürzt werden, damit sie die Augen nicht bedecken; auch die Haare am Fang dürfen leicht gekürzt werden, aber vorzugsweise belässt man sie in ihrer natürlichen Länge.
FARBE: Selten vollständig reinweib, falbfarben in verschiedenen Tönungen (leicht schwarz gewolkt ist zulässig), schwarz, havanna-braun, tabakfarben, rötlichbraun, Flecken in den erwähnten Farben sind zulässig. Brand- Markierungen sind in allen Schattierungen erlaubt.

GRÖSSE
Widerristhöhe: 23 bis 27 cm.
Toleranz: von 21 bis 29 cm.

FEHLER
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

SCHWERE FEHLER

  • Allgemeines Erscheinungsbild atypisch.
  • Fang spitz oder stumpf, nicht gleich lang wie der Schädel.
  • Raubvogelaugen; Augen zu tief eingesetzt oder vorstehend; Umrandung der Augen teilweise depigmentiert.
  • Körper zu lang oder zu kurz.
  • Rute gerade, Rute nicht hoch getragen.
  • Vorderläufe in « französischem Stand » (Vorderfubwurzel engstehend, Pfoten nach auben gedreht).
  • Missgebildete Hinterpfoten.
  • Haar hart, zu wenig üppig; kurzes Haar auch bei den Welpen; zurechtgemachtes Haar.

AUSSCHLIESSENDE FEHLER

  • Aggressiv oder ängstlich.
  • Nasenschwamm depigmentiert.
  • Vorbiss oder Rückbiss.
  • Entropium, Ectropium; Umrandung eines oder beider Augen depigmentiert.
  • Über- oder Untergrösse.

Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.